Lagerfeuergeschichten & Windgeflüster

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Erstellt am Samstag, 18. Februar 2012 14:28
Zuletzt aktualisiert am Montag, 06. Oktober 2014 23:12
Geschrieben von Gershwin
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Hier findet man kleinere Auszüge aus Gershwins Leben. Auch Dinge, in die er vielleicht nie jemanden einweihen würde. 

Darum bitte ich, das Wissen aus den Beiträgen nicht ins Spiel zu übertragen.

 

- Eine Begegnung vor langer Zeit  

- Verlassen 

- Ein neuer Bund

- Kampf im Eschental  (Teil 1)

- Das Gift (Teil 2)

- Der Einbruch (Teil 3) ~ Neu ~

 


 

 

 

Eine Begegnung vor langer Zeit

 

Er hatte ihn fast nicht wahrgenommen. Die Gestalt, die regungslos auf dem Felsen saß wäre für das Auge eines Menschen sicherlich verborgen geblieben. Gershwin aber hatte den Kopf nochmals zurückgedreht, weil er das Gefühl gehabt hatte, dass an dem Bild irgendetwas nicht stimmte.

Er musterte die Gestalt die ihm den Rücken zukehrte. Die Rinde der Bäume rechts und links des Felsens waren fast in den gleichen Brauntönen wie der Umhang mit Kapuze, die diese Person trug.

Lautlos zog der Nachtelf einen selbstgemachten Pfeil aus seinem Köcher und legte ihn an den Bogen an. So würde er ihn recht schnell abfeuern können sollte sich die Begegnung auf negative Art und Weise entwickeln.

"Grüße, Fremder", sagte er in möglichst selbstsicherem Ton und wartete in einer etwas angespannten Haltung auf die Reaktion.

Der Kopf der Gestalt neigte sich ein wenig zur Seite, machte aber ansonsten keine Anstalten sich zu bewegen.

Trotzdem hörte Gershwin ein leises Knacken irgendwo in nicht allzu weiter Ferne, zeitgleich flatterte ein Vogel geräuschvoll in den Himmel.

"Ein Kaldorei, ein Bruder.... und ...so.. unvorsichtig...." sagte die fremde Stimme leise, und der Tonfall klang mit jedem Wort enttäuschter.

Gershwin kniff die Augen etwas zusammen und fragte sich misstrauisch, was der Fremde wohl meinte.

Doch dann hörte er erneut ein Knacken, allerdings wurde ihm nun bewusst, dass es ein größeres Tier sein musste, dem Geräusch nach ein Hirsch, der nun durchs Dickicht preschte und immer leiser wurde, bis kein Ton mehr zu hören war.

" ...und da geht es hin, mein Abendessen...", fügte die dunkle Stimme hinzu.

 

Die Gestalt stand auf, und drehte sich zu ihm um, in einer einzigen, fließenden Bewegung.

Er schlug die Kapuze, die sein dunkelgrünes Haar verdeckt hatte mit der rechten Hand etwas zurück. In seiner Linken hielt er einen geschwungenen Bogen. Er musterte Gershwin nun seinerseits.

Er war älter als Gershwin, zumindest hatte er eine ganz andere Art des leuchtens in den Augen. Auch seine ganze Haltung wirkte gediegener, weiser und erfahrener. Sein Blick schien in ihn einzudringen und war so undurchsichtig, dass der junge Nachtelf nicht ausmachen konnte wie wütend der Fremde nun auf ihn war.

".. Das,.... das tut mir leid", brachte Gershwin hervor, und damit war die zuvor aufgebrachte Sicherheit in der Stimme auch schon wieder verloren.

 

 

 

 


 

 Verlassen

                                                                                                                                             *~~~*

Dunkelheit.
Ja, es war eine dunkle Nacht… doch Gershwin hätte nicht im entferntesten vermutet wie unangenehm pechschwarz diese Nacht für ihn werden würde.

Schon seit einiger Zeit waren sie auf der Jagd, hatten sich durch das Dickicht im Eschental geschlichen, hatten immer wieder die zahlreiche Beute zum Jagdversteck gebracht und sich erneut auf die Lauer gelegt.


Plötzlich hielten beide inne… etwas merkwürdiges ging vor. Sie konnten es beide spüren.
Kein Laut war zu hören,… auch das war eigenartig.
Alle Sinne geschärft, arbeiteten sie sich Seite an Seite vorwärts um mehr Schutz unter einem Baum zu finden.

Gefahr.
Die Luft um sie herum schien dicker, undurchdringlicher und schwüler zu werden.
Raora wurde nervös… die stattliche Säbelzahntigerin peitschte verdächtig mit dem Schwanz und die Tasthaare standen weit gefächert nach vorn. Die Ohren, noch immer aufrecht gestellt, zuckten leicht. Schließlich starrte sie auf einen Punkt in der Dunkelheit.
Gershwin duckte sich etwas mehr und fixierte die gleiche Stelle.
Einige Zeit standen sie regungslos da, bis der Mond von einem roten Schleier umhüllt zu sein schien.
Gershwin spannte die Armbrust und schaute sich etwas gehetzt um. Er wusste was das bedeutete und er wusste das es zu spät war.
Raora knurrte leise.

Kurz darauf konnte man die glühenden Umrisse des riesigen Drachens sehen..


Brandgeruch.
Das war das erste was sich in Gershwins Bewusstsein schnitt und ihn aus dem unangenehmen Schlaf riss.
Schmerzen folgten.
Er lag auf dem rußigen Boden, halb unter einem Felsen und mit zahlreichen Brand - und Schnittwunden gezeichnet. Er zog den schmerzenden Arm unter seinem Oberkörper hervor.
Ein leises metallisches Geräusch erklang, als er mit dieser Bewegung einen Armbrustbolzen von sich schob, dessen Schaft geschwärzt und die Spitze unförmig und stumpf war… geschmolzen?
Sein erschöpfter Blick verharrte nur kurz auf dem kümmerlichen Überrest, als ihm gewahr wurde das er seine Beine nicht bewegen konnte.
Leise stöhnend drehte er sich etwas seitlich und drehte schliesslich den Kopf, um an sich heruntersehen zu können.
Der körperliche Schmerz war vergessen als er Raoras leblosen Körper auf seinen Beinen liegen sah.


Stille.
Das Wasser des Sees kräuselte sich leicht im Wind.
Schon seit geraumer Zeit verfolgte er dieses Spiel mit den Augen. Und er dachte nach….

Er konnte sich nicht mehr an alle Einzelheiten des Kampfes erinnern, nur das er aus der Not geboren und erbittert gewesen war.

Aussichtslos.
Das war das richtige Wort für diesen Kampf.

Und dennoch hatte es keine andere Möglichkeit gegeben, als sich diesem übermächtigen Gegner zu stellen. Der erbarmungslos auf sie herabgestürzt war. Kein sicheres Versteck. Kein Fluchtweg.

Und warum hatte er überlebt?

Zweifel.

 

 *~~~*

 


 

 Ein neuer Bund

 

Seit einigen Mondläufen schon besuchte der Nachtelf diesen Ort.

Der Anblick, wie er so auf dem kleinen Hügel im Gras saß, und scheinbar ins Nichts starrte, oder ruhig und mit fliessenden Bewegungen schnitzte, hätte wohl als friedlich oder harmonisch beschrieben werden können.

Allerdings sah es in Gershwin anders aus. In jeder Pore konnte er die Zerstörung um ihn herum spüren, und es war ihm als könne er selbst in Dunkelküste noch die Geräusche der Äxte hören die langsam das Eschental abholzten. Doch trotz des Brandgeruches und des steten , bedrohlichen Surrens des Vortexes der unweit wütete, zog es ihn immer wieder an diesen Platz.

Ab und zu schien er gar mit sich selbst zu reden, gerade so, als würde er sich selbst zu beruhigen versuchen, oder sich Mut zusprechen.

Ansonsten sah man dem Nachtelfen jedoch nichts von alledem an. Das friedfertige und harmonische Bild vervollständigte sich hingegen noch, als immer mehr junge Mondpirscher Vertrauen fassten und sich Neugierig um Gershwin versammelten. Später legten sie sich sogar entspannt an seine Seite oder liessen sich auf die ein oder andere spielerische Rangelei ein.

Schliesslich kam sogar die Nacht, als der riesige, eindrucksvolle Mondpirscher, der meist getarnt über die Lichtung schlich, seine Runden weiter und weiter zog, bis er nur noch wenige Schritte von Gershwin entfernt war.
Der Nachtelf bewunderte ihn immernoch mit dem selben faszinierten und liebevollen Blick mit dem er ihn bei ihrem ersten Treffen schon bedacht hatte.
Auch wenn ihn damals der Schmerz innerlich fast noch zerrissen hatte... er bereute es nicht auf den Ruf seiner Freundin gehört zu haben, die ihm den Weg zu diesem Ort und diesem wundervollen Tier gezeigt hatte.

Gershwin legte den Kopf leicht seitlich und musterte das prachtvolle Geschöpf einen Moment bevor er seine Stimme erhob: "Zeit und Schmerz sind vergangen, ich bin nun bereit."

Die gelben, undurchsichtigen Augen des Raubtieres starrten den Nachtelfen an.

 


 

 

Kampf im Eschental (1)



Er fühlte sich plötzlich schwach und unsicher auf den Beinen, kleine Schweissperlen glänzten auf seiner Stirn und seinen Armen. Vielleicht forderte sein Körper endlich den Schlaf den er brauchte. Seit zwei Nächten und einem Tag hatte er fast ohne Pause gekämpft. Gershwin ging in die Knie und holte tief Luft.

Ein Ork hatte ihn ins Visier genommen und rannte mit donnernden Schritten auf ihn zu.

Er hob den Blick, die Sekunden der Rast so lange wie möglich auskostend. Gerade als der grünhäutige Hüne in Reichweite war und mit dem von Blut tropfenden Hammer ausholte, rollte sich Gershwin zur Seite, blieb auf Knien sitzen, hob die Armbrust an und schoss ihm von unten durch den Hals bis ins Gehirn.

Polternd fiel der Gegner vor ihm auf den Boden.

Nicht weiter auf ihn achtend hob der Nachtelf irritiert seine rechte Hand etwas an und bewegte die Finger leicht. Sie kribbelten, schienen ihm nicht ganz gehorchen zu wollen und fühlten sich seltsam taub an.

Gershwin runzelte die Stirn, griff zielsicher in seine Tasche und nahm ein Fläschchen heraus. Er entzifferte Dryos Handschrift auf dem Etikett, entkorkte es und leerte den gesamten Inhalt mit einem Zug, bevor er die Phiole wieder einsteckte.

 

Sein Blick schweifte langsam über Maestras Posten. Zahlreiche Nachtelfen kämpften hier gegen die Bedrohung der Orks. Doch die Kampf- und Schmerzensschreie, sowie die von Hohn erfüllten Rufe der Feinde klangen seltsam dumpf und weit weg.

Der Nachtelf verengte die Augen, setzte einen neuen Bolzen in die Armbrust und erhob sich. Er schoss einen der vier Orks nieder, die sich um eine Schildwache aufgebaut hatten und hetzte dabei weiter Richtung des Gebäudes, das sie verteidigten. Während des Laufens gab er noch drei weitere Schüsse ab. Ungra folgte ihm, und verteilte dabei gezielt Krallenhiebe in die Kniekehlen der Angreifer die sich in ihrer Nähe befanden.

 

Der Einschlag einer Balliste direkt neben ihm, ließ ihn zurück taumeln. Fast wäre er über den leblos wirkenden Körper einer Schildwache gefallen. Grimmig gab er weitere Schüsse auf die Orks ab, welche die großen Kriegsmaschinen bedienten und wanderte mit dem Blick zum Körper der Nachtelfe. Sie atmete noch.

Gershwin steckte die Armbrust an der Halterung am Rücken fest, griff dafür zu seiner Stangenwaffe und packte die Schildwache mit der freien Hand an der Schulterrüstung um sie hinter sich her zu ziehen.

Nur wenige Schritte später durchdrang die geschärfte Spitze den Bauch eines nahenden Angreifers. Der wuchtige, grüne Körper fiel gegen ihn, und mit einem Fußtritt stieß Gershwin ihn zurück um gleichzeitig wieder seine Waffe zu befreien.

Er drehte sich blitzschnell um als er eine Bewegung hinter sich wahr nahm, hob dabei die Stangenwaffe etwas in die Höhe und zielte auf den Oberkörper einen schlanken Gestalt. Die Augen der Nachtelfen-Kriegerin fixierten ihn als sie kurz vor der Klinge ihren Lauf stoppte.

Gershwin ließ die Waffe sinken, während sie wortlos die andere Schulterplatte der Schildwache griff und sie mit ihm zusammen zum Gebäude zog.

 

 Hier lagen viele Verletzte, doch die reglose Nachtelfe fand noch einen Platz in einer Ecke.

Ein Druide kniete sofort neben ihr um sich um ihre Verletzungen zu kümmern. Einige der anderen Heiler sahen recht ratlos aus und unterhielten sich angeregt.

Gershwin beachtete sie nicht weiter und trat vor die Kommandantin.

Ihr könnt morgen Nacht erneut mit mir als Verstärkung rechnen, Kommandantin“.

Dann schwang er sich auf seinen Hippogryphen und verliess den Ort des Kampfes, ohne zurück zu sehen.

 


 

Das Gift (2)

 

Erneut leerte er eine Phiole die eine grünlich schimmernde Flüssigkeit beinhaltete in einem Zug und stellte sie auf einem Ast der Trauerweide ab. Er betrachtete kurz die zahlreichen, säuberlich nebeneinander aufgereihten leeren Fläschchen dort und ließ dann den Kopf auf die Knie sinken.

Verdammt, warum hört es denn nicht auf....“ , flüsterte er leise.

 

Der Nachtelf versuchte seine Finger zu bewegen und fühle erneut wie steif und starr sie geworden waren.

Mit der linken Hand tastete er so gut wie möglich seinen Rücken ab, dann seine Schulter und den Arm. Auch hier spürte er das seltsame taube Gefühl.

.... das hat doch alles keinen Zweck...“ Mühsam stand er auf, ließ einen Pfiff ertönen und stieg umständlich auf den neben ihm gelandeten Hippogryphen.

Der Flug war mühsam. Es ärgerte ihn ungemein, dass er keine wirkliche Kontrolle mehr über seinen Körper hatte. Was war bloß passiert? Es fühlte sich wie ein betäubendes Gift an, das in ihm immer weiter kroch, jedoch hatte er keine Verletzung ausmachen können, und auch keinen nennenswerten Schmerz im Kampf gespürt. Und selbst wenn es das Gift war, das er vermutete. Wieso halfen die Gegengifte dann nicht?

Schwerfällig stieg er nahe Maestras Posten ab und humpelte leicht, als er in das Gebäude eintrat.

 

Die Verletzten am Boden hatten sich verdreifacht.

Entmutigt ließ er den Blick über die Körper schweifen die nur noch flach und und viel zu langsam atmeten.

Er trat näher an Liladris Mondbach heran die nach draußen in die Ferne starrte.

Was geschieht hier?“, seine Stimme klang leicht erschüttert.

Sie wandte sich nicht um.

Es ist eine neue Waffe der Orks. Ein Gift. Wir haben kein Mittel, dass die Betroffenen heilt.“

Dann ist es auch in mir.“ Gershwin runzelte die Stirn nicht ohne einen Hauch der Überraschung.

Liladris musterte den Jäger nun doch. „Vielleicht ist es noch nicht zu spät.... Orendil?“

Der Druide drehte sich um und betrachtete Liladris.

Habt Ihr noch Tränke bei Euch?“, sie nickte zu Gershwin hinüber.

Normale Gegengifte und Heiltränke nutzen mir nichts, es verzögert nur den Fortschritt.“gab der Jäger zu bedenken.

Orendil aber, stand schon an seiner Seite.

Dann nehmt diese hier, um es so lange wie möglich hinauszuzögern. Es scheint Euch nicht so hart getroffen zu haben wie die meisten anderen.“

Gershwin nickte, als er die Fläschchen entgegennahm. „Ich danke Euch. Ich werde mir derweil Hilfe suchen.“

Die beiden nickten ihm zu , während er erneut hinaus in die Nacht humpelte, ein weiteres Fläschchen leerend.


 

Der Einbruch (3)

 

Dryos?“

Der Wohnbaum war leer. Man konnte es fast auf den ersten Blick schon erkennen. Die schlicht eingerichtete Baumhöhle bot nicht viel Platz und war nur durch ein paar Ranken in Schlaf - und Wohnraum geteilt. Sie hatte nicht einmal eine Tür. So war es üblich in Darnassus.

Ein flinkes Eichhörnchen kletterte behände außen an der Rinde empor und verschwand zwischen dichtem Efeu.

Gershwin blickte sich kurz um und trat dennoch ein. Er machte sich daran eine Truhe in der Ecke zu durchsuchen um sich dann sogleich am Schloss einer anderen zu schaffen zu machen.

Was glaubt Ihr, was Ihr hier tut?“, sagte eine weibliche Stimme hinter ihm.

Als der Jäger sich langsam umwandte stand eine Schildwache vor ihm, die in Kampfhaltung ihre Gleve auf ihn gerichtet hielt. Die Tatsache, dass keine Türen existierten , änderte noch lange nichts daran, dass aufmerksame Augen darauf achteten den Frieden zu wahren und mögliche Eindringlinge abzuwehren. Gershwin hatte keine Wache ausmachen können als er eingetreten war. Oder waren seine Sinne durch das Gift schon so getrübt, dass er die einfachsten Dinge nicht mehr wahrnehmen konnte?

Das... ist nicht wonach es aussieht. Mein Bruder wohnt hier.“ erwiderte er mit beschwichtigender Geste.

Sie legte den Kopf schräg. „Eine Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden. Trotzdem erlaube ich nicht das hier jeder in Häuser einmarschiert und sie durchwühlt.“

Aber,.. Dryos ist wirklich mein Bruder. Ich suche die Tränke die er für mich bereitgelegt hat.“

Sie musterte ihn von oben bis unten. Der Nachtelf folgte ihrem Blick und es wurde klar, dass er keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck bot. Seine Kleidung war vom Krieg zerschlissen und noch immer von Blut besudelt. Er hatte sich nach dem Kampf, schmutzig wie er war, sogleich Schlafen gelegt um sich danach nur noch mit der Bekämpfung des Giftes zu beschäftigen. Kein Wunder also, dass er in Darnassus aufgefallen war. Er hatte wohl noch nicht mal die Blicke der Einwohner und Reisenden wahrgenommen die mit ziemlicher Sicherheit sein zerfleddertes Aussehen begutachtet hatten.

Bereitgelegt... Bereitgelegte Gegenstände sucht man nicht in den verschiedensten Truhen. Habt Ihr noch eine Lüge auf Lager? Oder zieht Ihr es vor zu verschwinden? “ Ihre Stimme wurde etwas ungeduldiger und klang dabei ganz und gar nicht überzeugt.“Meine Laune sinkt langsam, und einen besseren Vorschlag werde ich Euch nicht machen.“ Die Glevenklinge blitzte leicht auf, als sie ihre Haltung änderte und die Waffe höher hielt.

Ganz langsam machte Gershwin sich mit erhobenen Händen, seitwärts auf den Weg zum Ausgang.

Sich in irgendwelche Diskussionen zu verstricken, würde ihn nur Zeit kosten. Sie würde ihm nur schwerlich Glauben schenken. Er hatte sogar Glück, dass sie ihre Vorschriften nicht zu genau verfolgte. Normalerweise hätte sie ihn sogleich festnehmen müssen. Das wäre vielleicht sein Todesurteil gewesen, denn während sie seine Erklärungen prüfte hätte das Gift weiter gewirkt.

Schon gut“ murmelte er und schälte sich an ihr vorbei. Doch sie folgte ihm, ebenso langsam.

Ihr werdet Teldrassil nun verlassen.“ sagte sie hinter ihm mit scharfem Ton.

Gershwin nickte nur, ließ die taub werdenden Arme sinken und versuchte den Blick nicht allzu auffällig schweifen zu lassen, in der Hoffnung auf dem Weg nach Rut'theran doch noch Dryos zu erblicken.

Ohne Erfolg.